Schreibt lieber eure Meinung und schreibt weniger Tatsachen
Das sagte Udo Vetter vom Lawblog gerade in der Diskussion, die sich mit rechtlichen Fallen beim Bloggen beschäftigt. Die Veranstaltungen davor hab ich mehr oder weniger freiwillig sausen lassen. Die U-Bahn war kaputt und ich wurde zu einem Morgenspaziergang durch Kreuzberg “gezwungen”, den ich zum Fotografieren nutzte.
Vetter hat ja immer lustige Geschichten auf Lager und man könnte fast meinen, Anwalt zu sein sei doch nicht so schlimm. Es wird wie üblich der Unterschied zwischen Meinungsäußerung und Tatsachenbehauptung betont, aber auch darauf hingewiesen, dass man sich als Blogger aufs Publizieren einlässt und “Schreiben ist gefährlich” (Zitat von von mir vergessenem bekannten Namen).
Es werden bekannte Fälle angesprochen (Brötchengate, der große rote Elektronikmarkt) und neben abgemahnten Inhalten auch die Impressumspflicht erwähnt. Ein fehlendes Impressum sei nicht abmahnfähig.
In der Regel haftet man nur für seine eigenen Beiträge, nicht für die Kommentare. Man muss erst aktiv werden, wenn sich jemand beschwert, es sei denn ein Kommentar ist offensichtlich rechtswidrig. Nicht zu früh zugeben, dass man den fraglichen Kommentar gelesen hatte.
Auch eine kritische Antwort und Distanzierung von einem Kommentar hilft nicht bei einer offensichtlichen Rechtsverletzung.
Linkhaftung. Links zu setzen ist an sich keine inhaltliche Äußerung und eine permanente Kontrollpflicht aller Links, die man je gesetzt hat, ist eh illusorisch. Auch Links zu “unanständigen” oder illegalen Seiten sollten OK sein, schließlich kann man sich in den eigenen Inhalten kritisch damit auseinander setzen. Der bekannte Heise-Fall steht aber noch vor dem Verfassungsgericht aus.
Bildzitate sind ein schwieriges Thema. Es ist aber im Prinzip möglich, wenn der eigene Text einen erheblichen Mehrwert zum ursprünglichen Bild darstellt und der Text zum Verständnis das Bild erfordert.
Fotos von Kunst sind heikel.
Eine interessante Diskussion, fand ich. Man lernt immer ein paar Details dazu, auch wenn man sich schon ein wenig damit beschäftigt hat. Die Beispiele, wo Blogger verloren oder gewonnen haben sind aufschlussreich. Wenn das hier später als Video online geht, ist es durchaus anschauenswert.
Schlagworte: Re-Publica




Keine Kommentare
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel
Trackback link: http://blogblog.thomasmarquart.net/2007/04/12/darf-ich-das-bloggen/trackback/