Der Mark wirft mir das Re:Publica Stöckchen zu. Entschuldige mein Gedächtnis, Mark, aber haben wir uns da getroffen?

Was war das und wo geht das hin?
Klassentreffen mit Leuten, die man noch nie getroffen hat. Kontakthof. Nabelschau. Konsensveranstaltung. Super entspannt und gemütlich. All das hat man über die Re:Publica hinterher gelesen. Für mich war es vor allem eines: Urlaub in Berlin mit der Gelegenheit mir ein Bild von den Leuten zu machen, die man sonst nur liest. Ich hatte eine gute Zeit. Wo es hingeht? Keine Ahnung. Es gibt Aussagen, dass es eine Fortsetzung geben wird, aber ich befürchte die Leute, die sagen, dass es in dieser Form nicht wiederholbar ist, haben Recht. Ich fand das Medienecho erstaunlich groß.

Wo ist dein Geld und aus welchem Blog hast du es?
Geld aus dem Blog? Hahaha. Natürlich wäre es nett, vom Bloggen leben zu können, wer würde das ablehnen? Aber es ist ziemlich illusorisch für die meisten aus dem “long tail”, zu dem auch ich mich rechne.

In wen hast du dich auf der re-publica verliebt?
Niemanden. Es war aber eine sehr gute Gelegenheit, die eigenen Multitasking-Skillz zu trainieren. Dem Vortag zuhören, gleichzeitig darüber bloggen, bei Technorati lesen, was die anderen in der letzten Stunde von sich gegeben haben, die SMS-Wand im Auge behalten (ggf. auch im Browser), an den richtigen Stellen mitlachen, sich im IRC mit den Leuten neben und vor einem über den aktuellen Vortag auslassen und mitbekommen, wie es gerade in den anderen Räumen ist. Yay!

Warum gibt es so viel Hirnwichserei in den Blogs?
Weil Blogs von Menschen geschrieben werden.

Wer ist dein Blog-Star und was hat er gesagt?
Starkult mag ich nicht. Es wurde viel vernünftiges gesagt, auch einiger Unsinn. Namen braucht es keine.

Weiter geht es an: Bernie, Christian, Tim und Stefan, sofern sie denn wollen.

Noch eins

Nur zwei Tage nach diesem Stöckchen kam auch schon das nächste angeflogen. Das lag jetzt etwas länger unbeantwortet, vor allem, weil ich einige der Fragen doof fand. Ich nehme mir deshalb auch die Freiheit, die Anzahl der Antworten zu den einzelnen Fragen nach deren Wichtigkeit zu variieren.

4 Jobs, die du in deinem Leben gerne getan hättest:

  • Getan hättest? Ich weiß nicht einmal jetzt, was ich in Zukunft tun will.
  • Als Händler zur Hansezeit hätte ich mich wohlgefühlt, glaube ich. Sofern das mir im richtigen Leben abgehende Handelsgeschick inbegriffen wäre. Basis am liebsten in Visby.

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst:

  • Blues Brothers
  • Hero
  • V for Vendetta
  • Life of Brian
  • High Fidelity
  • Kill Bill

4 Städte in denen du gerne gelebt hättest:

  • Schon wieder eine “was wäre wenn”-Frage. Na gut.
  • Berlin in den Goldenen Zwanzigern
  • Ljubljana gerade jetzt
  • Visby zur Zeit der Hanse

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst:

  • Katterjokk, Schweden
  • Güstrow, Deutschland
  • San Pedro de Atacama, Chile
  • Trondheim, Norwegen
  • Delhi, Indien

4 deiner Lieblingsserien:

  • Battlestar Galactica
  • Firefly
  • Anders och Måns
  • Monty Python’s Flying Circus

4 Plätze wo du gerade gern wärst:

  • Hä? Wenn ich jetzt gern woanders wäre, würde ich da hinfahren.

4 Bücher, die du gerne gelesen hast:

  • Hesse – Demian
  • Sagan – The Demon-Haunted World
  • Lindgren – Vi på Saltkråkan
  • Spitzer – Geist im Netz
  • Niemi – Populärmusik från Vittula
  • Tolkien, The Hobbit & Lord of the Rings

4 CDs, die du immer wieder hören kannst:

  • Get Behind Me Satan – The White Stripes
  • Deep Cuts – The Knife
  • Graceland – Paul Simon
  • Magical Mystery Tour – The Beatles
  • Electro-Shock Blues – Eels
  • Aqualung – Jethro Tull
  • Lest We Forget – Marilyn Manson

4 Blogger, denen du das Stöckchen weitergibst:

  • Nö, diesmal nicht.
  • Ich habe gleich noch zwei weitere Stöckchen zu beantworten, die ich auch weiterreichen werde, und dieses hier war wie gesagt nicht so pricklend. Wer es will, greife zu. :)

Es war immer wieder ein Lacher auf der Re:Publica, wenn jemandem “der Blog” oder “meinen Blog” herausrutschte. Dann kamen sofort die Rufe durch den Saal, dass das doch bitte “das Blog” heiße. Einige scheinen da richtiges Engagement zu entwickeln.

Ich selbst benutze meist den sächlichen Artikel, aber bin auch mal inkonsequent. Bis vor kurzem war der Titel dieses Blogs “Das BlogBlog – ein reiner Metablog”. Leute, die die (laut Duden zulässige) maskuline Form benutzen, bekommen dann gleich das Standardargument zu hören, Blog komme ja schließlich vom Logbuch und sei deswegen Neutrum.

Lasst uns das aber noch einmal auseinandernehmen, auch wenn ich mich wiederhole. Vorab zwei allgemeine sprachliche Tatsachen:

  1. Das Geschlecht eines zusammengesetzen Wortes wird vom letzten Teil bestimmt. Die Haustür, das Reihenhaus.
  2. Lehnworte aus einer anderen Sprache haben nicht notwendigerweise das gleiche Geschlecht wie das gleichbedeutende Nicht-Frendwort. Der Drink, das Getränk. Das Ticket, die Fahrkarte.

Wenn man das deutsche Geschlecht von “weblog” ableiten will, muss man sich also nur um das von “log” kümmern. Es gibt “das Log” sogar im Deutschen und damit ist das Seefahrtinstrument gemeint, das den ersten Teil von “Logbuch” bildet. Das Log an sich hat aber herzlich wenig mit dem Weblog zu tun, denn der Zusammenhang ergibt sich erst aus dem Logbuch, dessen Geschlecht wiederum erstens von “Buch” bestimmt wird und zweitens nie mit “Log” abgekürzt wird.

Dass “Log” trotzdem in der Bedeutung “Protokoll” oder “Tage- bzw. Fahrtenbuch” ins Deutsche Einzug nimmt, liegt daran, dass es im Englischen sehr wohl das Wort “log” (wiederum von “logbook”) in der eben genannten Bedeutung gibt. Bei der deutschen Verwendung handelt es sich also um ein Lehnwort und bei “Blog” erst recht.

Jetzt braucht man sich nur doch die beiden Punkte oben in Erinnerung rufen, um einzusehen, dass weder die Ableitung aus dem Deutschen noch die aus dem Englischen das neutrale Geschlecht von “Blog” bedingen. “Der Blog” ist also erst falsch, wenn alle nur noch “das Blog” benutzen.

Ach, und es heißt das Nutella!

Das Sonderheftchen von Spreeblick, das gestern auf der Re:Publica verteilt wurde, gibts jetzt auch als PDF.

Nachtrag: Jetzt auch im Original anstatt eingescannt.

Applaus

Die Abschlussveranstaltung begann mit einem großen Applaus, sobald Johnny und Markus auf dem Podium platz nahmen. Das reflektiert recht gut die entspannte Atmosphäre, die hier die letzten drei Tage herrschte. Es ist wohl nicht falsch zu behaupten, dass es den meisten sehr gefallen hat.

Leute werden ermuntert, ihre Passwörter zu ändern, denn es schwirrten allerhand Klartextpasswörter durch das offene Netz.

Der Satz von Johnny

Ich finde, wir sollten es nächstes Jahr wieder tun.

erntete ebenfalls Applaus, aber er fand, dass das wegen des Medienechos, das vor allem gestern zur Re:Publica kam, in Zukunft nicht mehr so gemütlich funktionieren kann.

Ohne viele Worte, wurde jetzt Freibier im Newthinking Store angekündigt und mit einem weiteren großen Applaus, endet der “offizielle” Teil der Re:Publica.

Mein persönliches Fazit: Hat Spaß gemacht. Feeds bekamen Gesichter.

Ich sitze gerade im Workshop mit den Hard Bloggin’ Scientists. Ich bin bisher der einzige Naturwissenschaftler, der sich zu Wort gemeldet hat. Alle anderen scheinen aus den Kultur- und Sozialwissenschaften zu kommen.

Es geht um die beruflichen Probleme, die für einige damit entstehen, dass sie Bloggen. Und darum, wie Blogs in der Lehre eingesetzt werden können. Und wie man Studenten ans Bloggen heranführt. Selbst wenn es nicht funktioniert, Studenten zum Bloggen zu zwingen, gehört der Umgang mit Wikis und Blogs zu den heute nötigen Grundfertigkeiten.

Meine eigene Erfahrung (bin Astronomiedoktorand) ist zweierlei. Einmal als Öffentlichkeitsarbeit. Ich schreibe, leider nicht regelmäßig genug, bei einem englischen und einem schwedischen Astronomieblog mit. Blogs wie Cosmic Variance zeigen, wie gut das funktionieren kann. Zum anderen sind interne Blogs (und Wikis) ein wichtiges Hilfsmittel zur Komunikation. Ich habe ein institutionsinternes Blog aufgesetzt und habe auch vor, in einem Kurs, bei dem ich ab nächste Woche mitwirken werde, ein nichtöffentliches Blog zur Kommunikation von und mit Studenten zu betreiben.

Jetzt wird das Thema “Medienkompetenz” durchgekaut. Ich finde das nicht so spannend. Leute wollen die Wikipedia verbieten, zumindest in Arbeiten von Studenten. Ganz schwieriges Thema und sehr fachabhängig.

Ideenklau. Wenn man als Wissenschaftler über seine unveröffentlichte Arbeit bloggt, besteht prinzipiell die Gefahr, dass jemand die eigenen Ideen übernimmt. Nicht viele sahen das hier als Problem (ich auch nicht), denn nicht die Idee, sondern die Durchführung ist das Entscheidende. Außerdem sind Blogs Diskussion und der wissenschaftliche Diskurs findet auch offline statt.

Die Vorbehalte, die es von etablierten Wissenschaftsstrukturen gegenüber Blogs gibt, sind nicht von der Hand zu weisen. Es kann eben jeder mitreden und die “alten” und nicht notwendigerweise schlechten Strukturen der Reputation etc. werden in gewisser Weise ausgehebelt.

Für Wen?

Die Frage Für wen bloggen eigentlich alle hier von der Re:Publica? ist berechtigt. Wenn jeder selbst bloggt, gibt es ja keinen, der es liest. In der Tat kommt kaum einer dazu, die Beiträge der anderen zu kommentieren.

Dennoch:

  • Es gibt Leute, die nicht hier sind und sich informieren wollen. Dass Re:Pulica jetzt das Top-Suchewort bei Technorati ist, beweist das.
  • Man bloggt auch für sich selbst.
  • Man hat hinterher auch noch Zeit, alles zu lesen, was die anderen geschrieben haben und das “Fazit” der Konferenz zu diskutieren.

Es gibt ein englisches Who is Who der deutschen Blogosphäre mit vielen netten Bildern von der Re:Publica.

(via)

Wozu auf die Videoaufzeichungen von verpassten Veranstaltungen warten, wenn sich Leute die Arbeit machen, detailliert mitzuschreiben.

Technorati Chart

Das Wetter am Wochenende soll genauso schön werden wie gestern und heute: Sonne und 23 Grad. Ich freu mich auf meine völlig touristische Runde durch Berlin zum Fotografieren. Sowas muss man alleine machen, aber ich hoffe, dass ich noch jemanden auf der Re:Publica finde, der morgen Abend noch da ist. Die meisten, die ich bisher kennen gelernt habe, sind dann schon wieder weg.

... hat einen, wie ich finde, sehr schönen Artikel über die Re:Publica, wenn man von Rechtschreib-, Tipp- und Satzbaufehlern einmal absieht.

Die Diskussionen um Politik im Netz war interessant. Zu dem Thema muss ich bald mal mehr scheiben. Dem Aufruf, noch bis zum Mittwoch was über die Vorratsdatenspeicherung zu schreiben, werde ich nachkommen.

Die anschließende Powerpoint-Karaoke hatte einige echte Höhepunkte.

Gleich ist Konzert mit Toni Mahoni und einer bisher unbekannten Band.

Fest angestellter Profiblogger. Wie tief kann man eigentlich…

Zitat aus der aktuellen Diskussion um Werbung in Blogs. Das Panel ist interessant, aber schwer zusammenzufassen, weil keine Monologe gehalten werden, sondern wirklich diskutiert.

Was viele im Raum sicher nicht gern gehört haben, ist, dass Johnny keinem raten würde, darauf zu setzen, seinen Lebensunterhalt mit den Werbeeinnahmen seinem Blogs zu bestreiten.

(wird später noch weitergeschrieben)

In Anbetracht, wie klein die deutsche Blogosphäre im internationalen Vergleich ist, ist es erstainlich, dass der Suchbegriff bei Technorati gleich drei mal in der Topliste vertreten ist.

Die Suchergebnisse (RSS) zeigen, dass von hier fast im Minutentakt gebloggt wird. Wenn man durch die Reihen geht, sieht man das Wordpress-Backend allerorten auf den Laptop-Schirmen.

Zusammen mit den SMS-Kommentaren auf dem Schirm, dem IRC-Channel etc. ist das alles hier ein Paradies für Multitasker. Schade, dass das Netz immer wieder instabil ist.

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